Automaten, Formale Sprachen und Berechenbarkeit (WS 2004/05)
Bereich:
4 SWS Vorlesung im Bereich Informatik III (Theoretische Informatik)
Wahlpflichtvorlesung im Gebiet syntaktische und operationelle Beschreibungen
Zeit und Ort:
Mittwoch, 8.30-10.00 Uhr, Hörsaal MI 00.04.011
Freitag, 10.15-11.45 Uhr, Hörsaal MI 00.04.011
Beginn: Freitag 22.10.2004
Die Vorlesung entfält am Freitag 4. Februar.
Klausur: Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Mittwoch, den 16. Februar 2005, 12.00-14.00 Uhr, Hörsaal MI HS 1
Hilfsmittel sind keine erlaubt.
Übung:
2 SWS Übung zur Vorlesung
Übungsleiter: Dr. Stefan Katzenbeisser
Dienstag, 16.00-18.00, Raum 00.07.011
Beginn: Dienstag 2.11.2004
1. Übungsblatt
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Hörerkreis:
Studierende im Hauptstudium der Informatik
Studierende mit Nebenfach Informatik
Voraussetzungen:
Stoff des Informatik-Grundstudiums,
insbesondere TGI und die Vorlesung Informatik IV
Inhalt: [PS],[PDF]
- Berechenbarkeit
- Allgemeines zu Automaten und formale Sprachen,
Berechenbarkeit, einige Beispiele.
- Grundlagen: Mengen, Relationen, Bild und Urbild, Abbildungen
(injektiv, surjektiv, bijektiv), Kardinalit"atsgleichheit von
Mengen, Abz"ahlbarkeit und "Uberabz"ahlbarkeit, Satz von
Schr"oder-Bernstein, Kardinalit"atsargumente (nat. Zahlen, reelle
Zahlen, offenes Einheitsintervall), Satz von Cantor,
Diagonalisierung.
- While-Programme: Syntax, Sematik, Marko-Anweisungen,
Definition von effektiv berechenbar, Church-Turing These, andere
M"oglichkeiten der Formalisierung.
- Standardtechniken: G"odelsierung, Standardaufz"ahlung von
Funktionen, nicht Berechenbarkeit des Halteproblems, universelle
Funktion, Enumerationstheorem, s-m-n Theorem.
- Unentscheidbare Probleme: Definition von Entscheidbarkeit,
Halteproblem, Totalit"atsproblem---es gibt totale Funktionen die
nicht berechenbar sind, allgemeines Halteproblem,
Identit"atsproblem, "Aquivalenzproblem.
- Rekursionstheorem und Eigenschaften von Aufz"ahlungen:
Rekursionstheorem, Beispiele mit einfachen
Programmtransformationsfunktionen, Anzahl der Fixpunkte,
Selbstreferenzierung und Programme die ihren eigenen Quellcode
ausgeben, akzeptable Programmiersysteme, Rogers Isomorphie Theorem
f"ur akzeptable Programmiersysteme.
- LOOP-Programme: Syntax, Semantik, Makro-Anweisungen,
Definition loop-berechenbar, Totalit"at von loop-berechenbaren
Funktionen, Definition busy-beaver Funktion f"ur loop-Programme,
busy-beaver Funktion ist nicht loop-berechenbar, Hinweis zur
busy-beaver Funktion f"ur while-Programme, Definition
Ackermannfunktion, intuitiver Aufbau der Ackermannfunktion,
Wachstumsargument f"ur loop-Programme, Ackermannfunktion ist nicht
loop-berechenbar, es gibt keine loop-universellen loop-Programme.
- Berechnbare Eigenschaften von Mengen: Definition
Entscheidbarkeit, einfache Eigenschaften von entscheidbaren
Mengen, Definition rekursive Aufz"ahlbarkeit, Beziehungen von
entscheidbare und rekursiv aufz"ahlbaren Mengen, einfache
Beispiele entscheidbarer und rekursiv aufz"ahlbarer Mengen,
Entscheidbarkeit entspricht rekursiver Aufz"ahlbarkeit und
co-Aufz"ahlbarkeit, Entscheidbarkeit entspricht rekursiver
Aufz"ahlbakeit in aufsteigender Reihenfolge, alternative
Charakterisierungen von rekursiver Aufz"ahlbarkeit durch Bild- und
Urbildbereich von Funktionen, Standardaufz"ahlung von rekursiv
aufz"ahlbaren Mengen, einfache Operationen auf rekursiv
aufz"ahlbaren Mengen.
- Die S"atze von Rice: Definition Indexmenge die Funktionen
respektiert, Satz von Rice, einfache Beispiele, Satz von
Rice---Variante I und II bzgl. rekursiver Aufz"ahlbarkeit,
Definition many-one Reduktion, einfache Eigenschaften von many-one
Reduktionen, Definition Turing Reduktion, einfache Eigenschaften
von Turing Reduktionen, Vollst"andigkeit der Menge K (Menge der
Indizes so, da\ss~$i$ auf Programm~$i$ terminiert).
- Alternative Modelle der Berechenbarkeit: Definition primitiv
rekursiver Funktionen, primitiv rekursiv entspricht
loop-berechenbar. Definition $\mu$-rekursive Funktionen,
$\mu$-rekursiv entspricht while-berechenbar, Definition
Turingmaschine, Variationen der Speicherstruktur, Definition
Postsches Korrespondenz Problem (PCP), Unentscheidbarkeit des PCP,
Anwendung des PCP auf Schnittproblem und Mehrdeutigkeitsproblem
f"ur kontextfreie Sprachen.
Automaten und formale Sprachen
Allgemeines zu Automaten und formale Sprachen,
Berechenbarkeit, einige Beispiele.
Grundlagen: Alphabet, Wort, leeres Wort, Konkatenation,
Monoid, freies Monoid, Kleenesche H"ulle.
Grammatiken: Definition Chomsky-Grammatik, Ableitungsrelation,
erzeugte Sprache, Definition Grammatik-Typen (Unterscheidung von
kontext-sensitiv und monoton), Sprachhierarchie
(Inklusionsstruktur und "Aquivalenz von kontext-senstiv und
monoton), Trennung der Klassen der Sprachhierarchie---Wortproblem
und Ogdens Lemma, Spezialfall von Ogdens Lemma ist das
$uvwxy$-Theorem, Beispiel zu Ogdens Lemma, Pumping Lemma f"ur
regul"are Sprachen, Maschinenmodelle f"ur die Chomsky-Hiearchie
und Determinismus-Nichtdeterminismus Problem,
Abschlu\ss{}eigenschaften der Klassen der Chmosky-Hierarchie
(Vereinigung, Konkatenation, Kleensche H"ulle, Reversal, Schnitt,
Komplement, Schnitt mit regul"aren Mengen, Homomorphismen, inverse
Homomorphismen, Quotient mit regul"aren Mengen).
Endliche Automaten: Definition deterministischer (DFA) und
nichtdeterministischer (NFA) endlicher Automat,
Potenzautomatenkonstruktion, Myhill-nerode "Aquivalenzrelation,
Satz von Myhill-Nerode, "Aquivalenzrelation "uber Automaten,
Beziehung der beiden "Aquivalenzrelationen, Minimalautomat,
Eigenschaften des Minimalautomaten bzgl.\ der Myhill-Nerode
"Aquivalenzrelation, Zustandexplosion bei Umwandlung NFA nach DFA,
Minimierungsalgorithmus und Beispiel.
Alternative Darstellung regul"arer Mengen:
Syntaxdiagramme oder beschriftete Myhill-Graphen: Definition
lokale Menge, Definition Myhill-Graph, Wegemengen, jede lokale
Menge ist regul"are aber nicht umgekehrt, jede regul"are Menge
ist homomorphes Bild einer lokalen Menge,
Regul"are Ausdrucke: Definition regul"arer Ausdruck,
"Aquivalenz von regul"aren Ausdr"ucken und NFA's (Richtung NFA
nach regul"aren Ausdruck mit Hilfe eines graphischen
Verfahrens).
Erkennbarkeit: Definition von Erkennbarkeit, Beziehung zu
endlichen Monoiden, Transitionsmonoid des DFA's, syntaktische
Relation und Monoid, Erkennbarkeit und syntaktisches Monoid,
Beziehung syntaktisches Monoid und Transitionsmonoid.
Rechnen mit regul"aren Ausdr"ucken und Gleichungssystem:
Leerworteigenschaft, Axiomensystem nach Salomaa, Rechenregeln
(Kongruenz, Symmetrie, Transitivit"at und Gleichungsaufl"osung),
Gleichungssystem eines endlichen Automaten, Matrizendarstellung,
Bestimmung der L"osung durch Iteration.
Endliche Automaten "uber unendlichen W"ortern: Grundlagen zu
unendlichen W"ortern, Mengen, Definition $\omega$-regul"aren
Mengen, Darstellung als endliche Vereinigung.
B"uchi Automaten (BA): Definition, periodische W"orter,
B"uchi akzeptierbar gleich $\omega$-regul"ar, Verh"altnis
Determinismus und Nichtdeterminismus, Pfeiloperation, Beispiele
zur Pfeiloperation, DBA's und die Pfeiloperation, DBA Sprachen
sind iechte Teilmenge der $\omega$-regul"aren Sprachen,
Abschlu\ss{}eigenschaften von DBA Sprachen (nicht unter
Komplementbildung, Abschlu\ss\ unter Schnitt und Vereinigung).
Muller Automaten (MA): Definition, (D)MA Sprachen sind
$\omega$-regul"ar, Aschlu\ss{}eigenschaften von DMA Sprachen
(Vereinigung, Schnitt, Komplementbildung), Darstellung von DMA
Sprachen als endliche Vereinigung von Differenzen von DBA
Sprachen.
Rabin Automaten (RA): Definition, "Aquivalenz von DRA
Sprachen und DMA Sprachen, BA Sprachen sind auch DRA Sprachen,
hierzu verallgemeinerte Potenzautomatenkonstruktion nach Safra,
Speicherung der Mengen in B"aumen, Endlichkeit dieser B"aume,
gro\ss{}es Beispiel, Beweisskizze f"ur die Korrektheit,
Zustandsexplosion, BA Sprachen sind unter Komplementbildung
abgeschlossen.
Abschlie\ss{}ende "Ubersicht.
Anbei eine Kurzzusammenfassung der Vorlesung. Diese Folien dienten zur Wiederholung des Stoffes in der Vorlesung und Übung.
Literatur: (in alphabetischer Reihenfolge)
- Berechenbarkeit
- Engeler und Läuchli, Berechnungstheorie
für Informatiker, Teubner, 1992.
- Hopcroft und Ullman. Introduction to Automata Theory,
Languages, and Computations, Addison-Wesley, 1979.
- Kfoury, Moll and Arbib. A Programming Approach to
Computability, Springer, 1982.
- Schöning. Theoretische Informatik -- kurz
gefasst, Spektrum, 2001.
- Automaten und Formale Sprachen
- Asteroth und Baier. Theoretische Informatik,
Pearson, 2002.
- Harrison. Introduction to Formal Language Theory,
Addison-Wesley, 1978.
- Hopcroft und Ullman. Introduction to Automata Theory,
Languages, and Computations, Addison-Wesley, 1979.
- Perrin und Pin. Infinite Words -- Automata, Semigroups,
Logic and Games, Elsevier, 2004.
- Schöning. Theoretische Informatik -- kurz
gefasst, Spektrum, 2001.
Sprechstunde:
nach Vereinbarung
holzer@informatik.tu-muenchen.de